Am Montag, den 26. Januar 2026, um 12:30 Uhr, findet die zehnte Session der gemeinsamen Lunchtalk-Reihe des DKKV und seines institutionellen Mitglieds CEDIM unter dem Titel „Heiße Zeiten, hohe Risiken: Datenbasierte Ansätze in der Klimaanpassung“ statt. Steigende Temperaturen und zunehmend häufigere Hitzewellen stellen Städte weltweit vor erhebliche Herausforderungen. Besonders in dicht bebauten Gebieten verstärkt sich die Wärmebelastung, was sich unmittelbar auf Gesundheit, Infrastruktur und Lebensqualität auswirkt. Gleichzeitig wird im aktuellen Klimaanpassungsdiskurs deutlich, dass es häufig an belastbaren Daten fehlt, um Hitzestress in der räumlich hochgradig heterogenen urbanen Umgebung präzise zu erfassen und zu bewerten.

Der Lunchtalk zeigt auf, wie Fernerkundung und datenbasierte Methoden neue Perspektiven für die Analyse und Bewältigung urbaner Hitzebelastung eröffnen können. Fernerkundliche Daten ermöglichen eine flächendeckende Erfassung relevanter Umweltparameter und liefern international vergleichbare Informationen. Zwar sind satellitengestützte Landoberflächentemperaturen nicht direkt mit Luft- oder gefühlten Temperaturen gleichzusetzen, dennoch liefern sie – in Kombination mit Parametern wie Vegetationsbedeckung oder Versiegelungsgrad – wertvolle Hinweise auf lokale Wärmebelastungen.

Anhand aktueller Forschungsarbeiten wird vorgestellt, wie Methoden des maschinellen Lernens genutzt werden können, um Temperaturmuster systematisch zu analysieren, urbane Wärmeinseln zu identifizieren und ihre Entwicklung über die Zeit nachzuverfolgen. Die Verknüpfung von Fernerkundungsdaten, Geoinformationen und datengetriebenen Analyseverfahren bildet dabei die Grundlage für die Entwicklung belastbarer, datenbasierter Strategien zur Klimaanpassung. Der Vortrag verdeutlicht, dass Klimaanpassung zunehmend im Zusammenspiel von Geoinformatik, Fernerkundung, Datenwissenschaft und Stadtplanung entsteht – und dass Künstliche Intelligenz dabei eine immer wichtigere Rolle spielt.

Referierende der Veranstaltung sind Priv.-Doz. Dr. Sina Keller, Dr. Susanne Benz und Svea Krikau vom Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Dr. Sina Keller leitet eine Forschungsgruppe am Institut für Photogrammetrie und Fernerkundung (IPF) und arbeitet zu maschinellem Lernen in der Fernerkundung und georäumlicher Datenanalyse. Dr. Susanne Benz ist Freigeist-Fellow und Leiterin der Nachwuchsgruppe Geoinformatics for Climate Resilient Urban Systems (GRUSS), mit Forschungsschwerpunkten u. a. auf urbaner Hitzebelastung und Umweltgerechtigkeit. Svea Krikau ist wissenschaftliche Mitarbeiterin und Doktorandin am IPF und forscht zur Analyse von Fernerkundungsdaten mittels maschinellen Lernens zur Bestimmung urbaner Umweltparameter.

Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf dem Veranstaltungsflyer, anmelden können Sie sich hier. Mehr Informationen zur gesamten Lunchtalk-Reihe finden Sie auf unserer Website oder im Flyer.

(Bildquelle: DKKV)