Das vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderte Verbundprojekt
„Wissenschaftliche Begleitung der Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe in RheinlandPfalz und Nordrhein-Westfalen: Impulse für Resilienz und Klimaanpassung“, kurz KAHR (KlimaAnpassung, Hochwasser, Resilienz) zielt auf die wissenschaftliche Begleitung und Beratung der Wiederaufbauprozesse nach der Flutkatastrophe, insbesondere im Ahrtal in Rheinland-Pfalz und in Stolberg und Eschweiler in Nordrhein-Westfalen, und auf die Identifikation von Ansatzpunkten für eine resiliente und klimaangepasste Entwicklung ab. Hierbei sollen auch mögliche Modellansätze für einen resilienten Wiederaufbau gestärkt werden. Unter Leitung der Sprecher Prof. Dr.-Ing. Jörn Birkmann (Verbundkoordinator) der Universität Stuttgart und Prof. Dr.-Ing. Holger Schüttrumpf der RWTH Aachen University arbeiten insgesamt 13 wissenschaftliche Institutionen und Praxispartner aus verschiedenen Fachdisziplinen im Projekt zusammen. Die Fachexpertise reicht dabei von der Stadt- und Raumplanung, über die Hydrologie und Wasserwirtschaft bis hin zur Gebäudetechnologie sowie zur Risiko-, Innovations- und Systemforschung.
Das KAHR Projekt untergliedert sich in zwei inhaltliche Schwerpunkte. Im Schwerpunkt „HochwasserRisiko-Analysen“ soll unter anderem eine Überarbeitung der Hochwassergefahren- und -risikokarten unter Berücksichtigung der Auswirkungen des Klimawandels stattfinden, wobei hierfür hydronumerische Modellierungen geplant sind. Ein besonderer Fokus soll aufgrund der starken Verklausung im Juli 2021 auf der Untersuchung der Ahr-Brücken liegen. Ebenfalls sollen Hochwasserschutzmaßnahmen im Rahmen der Modellierungen überprüft werden. Im Schwerpunkt „Räumliches Risiko- und Anpassungsmanagement“ sollen mithilfe eines risikobasierten und adaptiven Ansatzes und unter Berücksichtigung raumplanerischer, sozialwissenschaftlicher und wasserwirtschaftlicher Erkenntnisse raumbezogene Schutz- und Vorsorgekonzepte im Kontext des Wiederaufbaus weiterentwickelt werden. Hierfür sind für Frühjahr und Sommer 2021 sowohl quantitative Befragungen von betroffenen Haushalten und Unternehmen zur Untersuchung der Vulnerabilität, der aufgetretenen Schäden, der Bedarfe und der Resilienz sowie qualitative Expert:inneninterviews zur tiefergehenden Untersuchung kritischer sowie sozial vulnerabler Infrastrukturen geplant. Zudem plant das Deutsche Institut für Urbanistik eine Online-Befragung zur Zusammenarbeit zwischen relevanten institutionellen Akteuren im Ahrtal und in Nordrhein-Westfalen.
Weitere Informationen sowie Ansprechpartner:innen sind hier und hier zu finden.

