Im Zeitraum Januar bis Mai 2022 wurde ein internationales Forschungsprojekt zur unabhängigen Aufarbeitung der Hochwasserereignisse im Juli 2021 in Deutschland, Belgien, den Niederlanden und Luxemburg durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, besser zu verstehen, wie eine Naturgefahr zu einer humanitären Katastrophe mit erheblichen Schäden und Todesfällen werden konnte und welche Lehren sich daraus für die Zukunft ziehen lassen.
Die Untersuchung basiert auf einer ganzheitlichen Analyse, die eine Synthetisierung wissenschaftlicher Publikationen und Medienberichte mit semistrukturierten Experteninterviews verbindet. Methodisch kommt die sogenannte Post Event Review Capability (PERC) zum Einsatz – eine strukturierte Auswertungsmethode, die bereits bei den Hochwasserereignissen 2013 und 2016 in Deutschland sowie bei über 20 weiteren Katastrophenereignissen weltweit angewendet wurde.
Im Fokus der PERC-Analyse stehen insbesondere die Resilienz der betroffenen Bevölkerung, das Risikomanagementsystem sowie die zuständigen Institutionen. Analysiert wird, welche Maßnahmen gut funktioniert haben und wo Defizite bestanden, um daraus konkrete Empfehlungen abzuleiten, die zur Vermeidung oder Abschwächung zukünftiger Katastrophen beitragen können.
Das Projektteam ist Teil der Zurich Flood Resilience Alliance und setzt sich aus Vertreter*innen der International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC), der London School of Economics and Political Science, des International Institute for Applied Systems Analysis (IIASA), von ISET International sowie der Zurich Versicherung zusammen.
Die Ergebnisse der Analyse werden in einem öffentlich zugänglichen Bericht aufbereitet und mit interessierten Fach- und Praxisakteur:innen geteilt.
Ansprechpartner: Jonathan Ulrich, International Federation of Red Cross and Red Crescent Societies (IFRC)
E-Mail: jonathan.ulrich@ifrc.org
(Bildquelle: ifrc)

