Im Rahmen des Projekts Resilient Voices wurden Mitte Mai in Buxtehude zwei Fokusgruppengespräche mit jeweils acht Teilnehmenden durchgeführt: eines mit Bewohner:innen der Lebenshilfe Buxtehude und eines mit Teilnehmenden eines DeuFö B2 Sprachkurses der VHS in Buxtehude. Teilnehmende beider Gruppen haben Interesse, stärker in Themen der Katastrophenvorsorge eingebunden zu werden und aktiv mitgedacht zu werden.
In beiden Fokusgruppen wurde zudem das neue Serious Game „Sehen.Fühlen.Handeln – Ein inklusives Spiel für Katastrophenvorsorge“ eingesetzt. Das kooperative Spiel unterstützt den Austausch in kleiner Runde anhand illustrierter Karten. Eine Spielrunde besteht aus drei Phasen: Zunächst wird in der Situationsphase eine Karte mit einer Naturgefahr (z. B. Sturm oder Hochwasser) ausgelegt und gemeinsam besprochen („Was sehe ich? Was passiert?“). In der Emotionsphase wählen die Teilnehmenden Karten aus, die ihre Gefühle zur Situation ausdrücken, und erklären ihre Entscheidung („Wie fühle ich mich dabei?“). In der dritten Phase werden Lösungsansätze diskutiert, indem passende Handlungskarten ausgewählt und begründet werden („Was kann ich tun?“). Hierbei gibt es die Möglichkeit weitere Handlungskarten mit eigenen Ideen zu gestalten. Vor dem Hintergrund der Handlungsmöglichkeiten werden dann die Emotionen nochmal evaluiert. Das Spiel erleichterte den Einstieg ins Thema, förderte den Austausch und half, Erfahrungen sowie Unsicherheiten sichtbar zu machen.
Die Teilnehmenden der Lebenshilfe zeigten bereits ein gewisses Vorwissen und Interesse am Thema. Einzelne kannten beispielsweise Warn-Apps wie NINA oder hatten Interesse an Organisationen wie der freiwilligen Feuerwehr. Als besonders geeignet wurden niedrigschwellige und praxisnahe Zugänge genannt, etwa Besuche bei/von Feuerwehr, THW oder anderen Hilfsorganisationen, Einladungen zu Tagen der offenen Tür sowie die Einbindung des Themas in bestehende Freizeit- und Sportangebote. Das Fokusgruppengespräch selbst wirkte bereits anstoßend: Die Wohngruppen wollen sich intensiver mit Vorsorge auseinanderzusetzen und vorhandene Informationsmaterialien stärker nutzen.
Auch die Teilnehmenden des Sprachkurses brachten wichtige Perspektiven ein. Sie betonten insbesondere die Bedeutung von leicht verständlichen und gut zugänglichen Informationen. Viele verfügten bereits über Erfahrungen mit Katastrophen aus ihren Heimatländern und beschrieben eine hohe Hilfsbereitschaft und Solidarität (großes Potential für die Stärkung des Ehrenamts). Gleichzeitig wurden Herausforderungen deutlich, etwa Unsicherheiten durch Desinformation sowie ein Bedarf an Wissen/Zugang zu Erste Hilfe Kursen. Darüber hinaus spielte das Thema Krieg und Krisen eine große Rolle in der Wahrnehmung von Risiken.
In beiden Gruppen wurde deutlich, dass neben bestehenden Herausforderungen auch bedeutende Ressourcen vorhanden sind – insbesondere Erfahrungen, Engagement und die Bereitschaft zur Unterstützung anderer. Diese Potenziale können in Zukunft gezielt genutzt werden, um eine inklusivere und alltagsnähere Katastrophenvorsorge in Buxtehude zu stärken.
In einem weiteren Fokusgruppengespräch wird im Rahmen des Projekts auch die Perspektive von Senior:innen mit Assistenzbedarf beleuchtet.
(Bildquelle: DKKV)

