Angesichts zunehmender Hitzewellen und neuer Temperaturrekorde geht Japan neue Wege in der Klimakommunikation. Ein aktueller Beitrag der University of New South Wales zeigt, wie Sprache, Wahrnehmung und gesellschaftliche Beteiligung gezielt genutzt werden, um das Bewusstsein für Klimarisiken zu stärken und Handeln zu fördern.

In Japan existiert bereits eine etablierte Einteilung für Hitzetage: Ab 25 °C spricht man von einem „Sommertag“ (Natsubi), ab 30 °C von einem „heißen Tag“ (Manatsubi) und ab 35 °C von einem „extrem heißen Tag“ (Mōshobi). Für Temperaturen über 40 °C – die inzwischen immer häufiger auftreten – gibt es jedoch bislang keine Kategorien. Genau hier setzt ein neuer Ansatz der japanischen Meteorologiebehörde an: Die Bevölkerung wird aktiv in die Entwicklung einer neuen Bezeichnung eingebunden. Diskutiert werden unter anderem Begriffe wie „koku“ (leidvoll/qualvoll), „kibishii“ (streng/hart) oder „en“ (glühend/flammend), die die Gefährlichkeit extremer Hitze stärker vermitteln sollen.

Der Beitrag verdeutlicht zugleich, dass direkte Erfahrungen mit Extremereignissen nicht automatisch zu mehr Klimaschutz führen. Wahrnehmung und Handlungsbereitschaft werden stark durch Kommunikation, kulturelle Deutungen und individuelle Erfahrungen geprägt. Japans Ansatz zeigt, wie eine stärker beteiligungsorientierte und alltagsnahe „Sprache des Klimas“ dazu beitragen kann, Risiken greifbarer zu machen und die Lücke zwischen Wissen und Handeln zu verringern.

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(Bildquelle: KI-generiert)