Im Rahmen eines vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) geförderten Forschungsprojekts untersucht die Katastrophenforschungsstelle (KFS) der Freien Universität Berlin die Herausforderungen und Abläufe von Krankenhausevakuierungen bei Hochwasserereignissen. Ziel ist es, Erkenntnisse zur Stärkung der Resilienz von Krankenhäusern und ihres Umfelds in Krisenlagen zu gewinnen.
Das Projekt mit dem Titel RESIK – Resilienz und Evakuierungsplanung für sozioökonomische Infrastrukturen im medico-sozialen Kontext betrachtet Krankenhäuser nicht isoliert, sondern als Teil eines komplexen Netzwerks kritischer Infrastrukturen, das für den Aufrechterhalt der medizinischen Versorgung essenziell ist. Neben dem Krankenhaus selbst werden dabei auch Akteur:innen aus Rettungsdiensten, Verwaltung, Versorgungsstrukturen und weiteren relevanten Bereichen einbezogen.
Ein zentraler Bestandteil des Projekts ist eine Fallstudie zur Evakuierung des St. Antonius Hospitals in Eschweiler, das während der Hochwasserereignisse 2021 betroffen war. Zwischen August und September 2021 wurden hierzu bereits mehrere qualitative Expert:inneninterviews mit Beteiligten aus dem Krankenhaus, dem Rettungsdienst, der Städteregion Aachen sowie weiteren Akteuren geführt. Weitere Gespräche mit Feuerwehr und Expert:innen aus dem Bereich Kritische Infrastruktur sind geplant.
Die gewonnenen Erkenntnisse fließen in die Entwicklung von Schulungs- und Übungsmaterialien ein und dienen unter anderem der Vorbereitung einer Stabsrahmenübung zur Krankenhausevakuierung an einem Modellkrankenhaus in Krefeld. Langfristig sollen daraus übertragbare Lehren für die Planung und Durchführung von Evakuierungen sowie für die Rückkehr in den Regelbetrieb abgeleitet werden.
Weitere Details und Informationen können Sie dem Informationsblatt entnehmen.

