Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat eine vorläufige Bilanz des Sommers 2026 veröffentlicht. Mit einer durchschnittlichen Temperatur von 19,6 °C war der Sommer der zweitwärmste seit Beginn der flächendeckenden Wetteraufzeichnungen im Jahr 1881. Nur der Rekordsommer 2003 war mit 19,7 °C noch wärmer. Gegenüber der internationalen Referenzperiode 1961–1990 lag die Durchschnittstemperatur damit 3,3 °C höher.

Besonders auffällig war die außergewöhnliche Häufigkeit von Hitzetagen. Im bundesweiten Mittel wurden rund 22 Tage mit mindestens 30 °C und etwa fünf Tage mit mindestens 35 °C registriert. Am 27. Juni wurde in Möckern-Drewitz in Sachsen-Anhalt mit 41,8 °C ein neuer deutschlandweiter Temperaturrekord gemessen. In der Nacht zum 28. Juni wurde zudem in Kubschütz in Sachsen mit 29,4 °C das höchste bislang in Deutschland gemessene nächtliche Minimum erreicht.

Neben der Hitze prägte vor allem anhaltende Trockenheit den Sommer. Mit rund 171 Litern Niederschlag pro Quadratmeter wurden lediglich etwa 72 Prozent des langjährigen Mittelwerts erreicht. Die Folgen zeigten sich unter anderem in niedrigen Wasserständen, erhöhter Wald- und Vegetationsbrandgefahr sowie Einschränkungen für die Binnenschifffahrt. Gleichzeitig sorgten lokale Starkregen- und Unwetterereignisse für deutliche regionale Kontraste.

Auch die Sonnenscheindauer lag deutlich über dem Durchschnitt: Mit rund 779 Sonnenstunden gehört der Sommer 2026 zu den fünf sonnigsten Sommern seit Beginn der Sonnenscheinmessungen im Jahr 1951.

Für den Bevölkerungsschutz verdeutlicht die Bilanz, wie unterschiedliche Gefahrenlagen innerhalb eines Sommers zusammentreffen können: Hitze, Trockenheit, Waldbrände, Niedrigwasser und lokale Unwetter stellen jeweils unterschiedliche Anforderungen an Vorsorge, Warnung, Krisenmanagement und die Aufrechterhaltung kritischer Infrastrukturen.

Der DWD betont zugleich die Bedeutung des Klimawandels für die außergewöhnliche Hitzebelastung. Die Entwicklungen unterstreichen damit die Notwendigkeit einer vorausschauenden Anpassung an zunehmende und sich überlagernde Extremwetterrisiken.

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(Bildquelle: Pixabay)