Der Deutsche Wetterdienst (DWD) prognostiziert für Deutschland eine erhöhte Wahrscheinlichkeit für überdurchschnittliche Temperaturen im kommenden Spätherbst und Winter. Die aktuelle saisonale Klimavorhersage betrachtet dabei jeweils 3-Monatszeiträume und vergleicht diese mit dem Referenzzeitraum 1991–2020.

Für den Spätherbst von Oktober bis Dezember 2026 liegt die Wahrscheinlichkeit für einen wärmeren Zeitraum bei 79 Prozent. Ein wärmerer Spätherbst entspricht dabei einem 3-Monatsmittel von mehr als 5,9 °C. Für den Frühwinter von November 2026 bis Januar 2027 sieht der DWD mit einer Wahrscheinlichkeit von 66 Prozent ebenfalls eine moderate Tendenz zu wärmeren Bedingungen. Für den Winter von Dezember 2026 bis Februar 2027 wird mit einer Wahrscheinlichkeit von 65 Prozent eine leichte Tendenz zu einem wärmeren 3-Monatsmittel als im Referenzzeitraum erwartet.

Auch internationale Klimamodelle der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) und des europäischen Copernicus-Klimawandeldienstes kommen insgesamt zu einer ähnlichen Einschätzung. Dabei werden für Deutschland ebenfalls erhöhte Wahrscheinlichkeiten für wärmere Bedingungen im Spätherbst, Frühwinter und Winter prognostiziert.

Gleichzeitig weist der DWD auf die Unsicherheiten saisonaler Klimavorhersagen hin. Die Prognose beschreibt keine konkrete Wetterentwicklung für einzelne Tage oder Wochen. Auch innerhalb eines insgesamt wärmeren Winters sind beispielsweise Kälteperioden oder einzelne starke Winterereignisse möglich. Zudem nimmt die Vorhersageunsicherheit mit zunehmender zeitlicher Entfernung zu.

Für den Niederschlag in Deutschland lassen sich aus der aktuellen DWD-Prognose dagegen keine robusten Aussagen ableiten. Die Vorhersagequalität für den Niederschlag wird für Spätherbst, Frühwinter und Winter als gering eingestuft. Bei der Bodenfeuchte deutet die Prognose hingegen auf zunehmend trockenere Bedingungen Richtung Winter hin: Der DWD gibt hierfür Wahrscheinlichkeiten von 85 Prozent für den Spätherbst, 73 Prozent für den Frühwinter und 60 Prozent für den Winter an.

Als möglichen Einflussfaktor nennt der DWD unter anderem die Entwicklung von El Niño im tropischen Pazifik. Die Modelle erwarten für die kommenden Monate einen sich verstärkenden El-Niño-Zustand. Darüber hinaus werden unter anderem die aktuellen Meeresoberflächentemperaturen, die Meereisbedeckung und großräumige atmosphärische Zirkulationsmuster berücksichtigt.

Für die Katastrophenvorsorge sind saisonale Klimavorhersagen vor allem als Planungs- und Informationsgrundlage relevant. Sie können langfristigere Vorbereitungen beispielsweise in Bereichen unterstützen, in denen Temperatur- und Bodenfeuchteentwicklungen die Wahrscheinlichkeit bestimmter Risiken beeinflussen. Eine konkrete Vorhersage einzelner Extremwetterereignisse ersetzen sie jedoch nicht

Mehr Wettervorhersagen finden Sie auf der Homepage des DWD.

(Bildquelle: Pixabay)