Seit Beginn des russischen Angriffskriegs gegen die Ukraine im Februar 2022 unterstützt das Technisches Hilfswerk (THW) die ukrainische Bevölkerung in den betroffenen Regionen. In den vergangenen vier Jahren wurden Hilfsgüter im Wert von rund 170 Millionen Euro beschafft und in die Ukraine geliefert. Damit handelt es sich um den größten Logistikeinsatz in der 75-jährigen Geschichte des THW.

Ein Schwerpunkt liegt auf der Instandsetzung zerstörter Infrastruktur. Geliefert wurden unter anderem hunderte Fahrzeuge – darunter Spezial- und Feuerwehrfahrzeuge – sowie Baumaschinen. Zuletzt zählten dazu auch Abrissbagger zur Beseitigung von Schäden nach gezielten Angriffen auf Wohngebiete. Darüber hinaus stellte das THW Walzenzüge zur Verfügung, mit denen der ukrainische Grenzschutz Straßen instand setzen und Grenzanlagen befestigen kann. Die Beschaffung erfolgte in enger Zusammenarbeit mit dem Beschaffungsamt des Bundesinnenministeriums. Finanziert wurden die Lieferungen aus Sondermitteln und Mitteln des Auswärtigen Amts; die Ausstattung ist nicht Teil des regulären THW-Bestands.

Angesichts der massiven Zerstörung kritischer Infrastrukturen sind zudem Energie- und Wasserversorgung von zentraler Bedeutung. Das THW lieferte sieben Anlagen zur Trinkwasseraufbereitung sowie zahlreiche Stromerzeuger in besonders betroffene Regionen. Die Maßnahmen werden in enger Abstimmung mit ukrainischen Partnerinstitutionen umgesetzt, darunter dem staatlichen Zivil- und Katastrophenschutz (DSNS), dem Grenzschutz sowie regionalen Verwaltungen.

Neben der materiellen Unterstützung steht der Wissenstransfer im Fokus. Im Herbst 2025 schulte das THW ukrainische Einsatzkräfte im Ausbildungszentrum in Hoya im Umgang mit grundlegender technischer Ausstattung und dem Betrieb von Trinkwasseraufbereitungsanlagen. Die geschulten Kräfte sind in kommunalen Rettungsstationen in frontnahen Gebieten eingesetzt und übernehmen Aufgaben im lokalen Brandschutz sowie in der ersten medizinischen und technischen Hilfe. Ziel ist es, die Einsatzkräfte nicht nur in der Nutzung, sondern auch in Wartung und Instandhaltung der Geräte zu befähigen. Der Ausbau dieser Rettungsstationen erfolgt als Gemeinschaftsprojekt des THW und des Bundesamt für Bevölkerungsschutz und Katastrophenhilfe (BBK).

Der regelmäßige Austausch mit den ukrainischen Partnern liefert dem THW zugleich wertvolle Erkenntnisse für die Weiterentwicklung eigener Strukturen und Fähigkeiten im Zivilschutz. Erfahrungen aus der Lage vor Ort tragen dazu bei, Einsatzkonzepte und Vorsorgestrukturen kontinuierlich weiterzuentwickeln.

Die Unterstützung der Ukraine umfasst damit sowohl logistische Hilfe als auch den nachhaltigen Aufbau von Kapazitäten im Zivil- und Katastrophenschutz. Die vollständige Pressmeldung ist hier zu lesen.

(Bildquelle: THW | Michael Claushallmann)