Nach vorläufigen Auswertungen des Umweltbundesamt (UBA) wurden im Jahr 2025 in Deutschland erneut alle geltenden Grenzwerte der europäischen Luftqualitätsrichtlinien eingehalten. Für Feinstaub ist dies bereits das achte Jahr in Folge, für Stickstoffdioxid (NO₂) das zweite Jahr. Grundlage sind Messdaten aus rund 600 Stationen der Bundesländer und des UBA (Stand: 22.01.2026).
Gleichzeitig lag die durchschnittliche Belastung mit Feinstaub (PM10, PM2,5) und Stickstoffdioxid über den Werten der Jahre 2023 und 2024. Nach Einschätzung des UBA stellt dies jedoch keine Trendumkehr dar, da die Vorjahre witterungsbedingt unterdurchschnittlich belastet waren.
Ab 2030 gelten die strengeren Grenzwerte der neuen europäischen Luftqualitätsrichtlinie. Der Jahresmittelwert für Stickstoffdioxid sinkt von 40 auf 20 µg/m³, für PM2,5 von 25 auf 10 µg/m³. Langfristig ist eine schrittweise Annäherung an die Empfehlungen der Weltgesundheitsorganisation (WHO) vorgesehen. Ein Vergleich mit den künftig geltenden Grenzwerten zeigt weiteren Handlungsbedarf: Rund 39 Prozent der Messstationen überschreiten derzeit noch den künftigen NO₂-Wert, etwa 18 Prozent den PM2,5-Grenzwert. Das UBA geht davon aus, dass bis 2030 für nahezu alle Stoffe eine Einhaltung erreicht werden kann; eine flächendeckende Einhaltung wird voraussichtlich bis 2035 erwartet.
Im Februar und März 2025 kam es zu Episoden erhöhter Feinstaubbelastung, begünstigt durch grenzüberschreitenden Schadstofftransport und winterliche Hochdruckwetterlagen mit geringem Luftaustausch. In diesen Phasen wären bereits die ab 2030 geltenden Informationsschwellen überschritten worden.
Zur Information der Bevölkerung nutzt das UBA einen weiterentwickelten Luftqualitätsindex (LQI). Dieser bewertet die Konzentrationen von Feinstaub, Stickstoffdioxid, Ozon und Schwefeldioxid, stuft die Luftqualität von „sehr gut“ bis „sehr schlecht“ ein und gibt Verhaltensempfehlungen – insbesondere für empfindliche Gruppen.
Die Daten basieren auf einer vorläufigen Auswertung; die endgültig geprüften Messwerte werden Mitte 2026 veröffentlicht. Die Entwicklung zeigt, dass Maßnahmen zur Emissionsminderung wirken, zugleich jedoch weitere Anstrengungen erforderlich sind, um die künftigen europäischen Vorgaben zu erfüllen und gesundheitliche Risiken weiter zu reduzieren.
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(Bildquelle: Pixabay)

