Risiken und Katastrophen sowie ihre daraus resultierenden Auswirkungen treten infolge verschiedener Entwicklungen wie Klimawandel, geopolitischer Instabilität und fortschreitender Urbanisierung zunehmend häufiger und komplexer auf. Dadurch wächst der Bedarf an gut ausgebildeten Fachkräften im Bereich Katastrophenmanagement und Bevölkerungsschutz. Dieser Bedarf spiegelt sich auch auf politischer Ebene wider, beispielsweise in der Preparedness Union Strategy, in der Schlüsselmaßnahme 15 die Bedeutung der Integration von Vorsorge in Bildungs- und Ausbildungssysteme hervorhebt.
Als Reaktion auf diese Nachfrage hat das zweijährige (2024–2025) EUMA-Projekt (Creating a European Higher Education Network for Master’s Programmes in Disaster Risk Management), gefördert von der Europäischen Kommission (DG ECHO), einen neuen postgradualen Masterstudiengang mit dem Titel „International Disaster Management and Civil Protection“ eingerichtet. Das Programm wird vom Postgraduate Center der Universität Wien, Österreich, angeboten und in Zusammenarbeit mit mehreren Partneruniversitäten in Europa durchgeführt, darunter die Universität Bonn, die University of Twente, die Dublin City University, die Scuola Superiore Sant’Anna in Pisa sowie die Estonian Academy for Security Sciences.
Das Programm bietet eine Kombination aus Blended Learning, Exkursionen, Übungen und Simulationen sowie Peer Learning, um Theorie und Praxis wirksam miteinander zu verbinden. Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem bilateralen Austausch von Wissen und Erfahrungen zwischen Teilnehmenden und Lehrenden. Während die meisten Lehrveranstaltungen online an verlängerten Wochenenden stattfinden, umfasst das Curriculum zudem vier einwöchige Präsenzmodule in Wien (AT), Pisa (IT), Dublin (IE) und Enschede (NL). Diese Präsenzphasen sind darauf ausgelegt, die persönliche Interaktion und die Vernetzung unter den Teilnehmenden zu fördern. Dank dieser Struktur kann der postgraduale Masterstudiengang berufsbegleitend absolviert werden.
Neben dem vollständigen Masterabschluss können Teilnehmende auch einzelne Module belegen, wodurch ein flexibler Einstieg in das Programm über Micro-Credentials ermöglicht wird. Diese Micro-Credentials können später auf den vollständigen Abschluss angerechnet werden. Darüber hinaus wird ein Academic-Expert-Programm angeboten, das ohne wissenschaftliche Abschlussarbeit auskommt.
Absolvent:innen des postgradualen Masterstudiengangs verfügen über ein umfassendes und ganzheitliches Verständnis des Katastrophenmanagement-Zyklus und sind in der Lage, theoretische Konzepte in realen Anwendungssituationen umzusetzen. Sie sind gut darauf vorbereitet, aufkommende Krisen frühzeitig zu erkennen und wirksam auf Katastrophen über Grenzen und Sektoren hinweg zu reagieren.
Weitere Informationen zum Studiengang sowie die Möglichkeit zur Anmeldung finden Sie hier auf der Website des Programms.
(Bildquelle: Sophia Sternath)

