Wie kann Deutschland seine Katastrophenvorsorge verbessern? Dieser Frage geht ein aktueller Beitrag von Perspective Daily nach und richtet den Blick dabei auf Länder, in denen der Umgang mit Extremwetter bereits stärker zum Alltag gehört: Bangladesch und Kenia.

Ausgangspunkt ist die Flutkatastrophe im Ahrtal im Juli 2021. Trotz frühzeitiger Warnungen kamen in Nordrhein-Westfalen und Rheinland-Pfalz mehr als 180 Menschen ums Leben. Der Beitrag zeigt, dass Warnungen allein nicht ausreichen. Entscheidend ist, ob Menschen Risiken einschätzen können und aus Warnungen konkrete Handlungsmöglichkeiten ableiten.

Hier kommt auch Benni Thiebes, Geschäftsführer des DKKV, zu Wort. Er beschreibt, dass es in Deutschland vielfach an einer ausgeprägten Risikokultur und an konkreten Handlungsempfehlungen fehlt. Eine Warnung müsse nicht nur mitteilen, dass ein Extremereignis bevorsteht, sondern auch, wo Gefahren bestehen und was Betroffene konkret tun sollten. Besonders wichtig sei dabei die sogenannte „letzte Meile“ der Warnung – also der Übergang von der Information zum tatsächlichen Handeln.

Auch Lothar Schrott, DKKV-Vorstandsmitglied und Professor am Geografischen Institut der Universität Bonn, wurde für den Beitrag befragt. Er betont die Bedeutung einer stärkeren Präventionskultur in Deutschland: Vorsorge müsse politisch gewollt sein und auch dann als Erfolg gelten, wenn ein Ereignis durch rechtzeitiges Handeln gar nicht erst seine volle Wirkung entfaltet. Gleichzeitig müsse die Gesellschaft lernen, dass Präventionsmaßnahmen nicht immer im Nachhinein als notwendig erkennbar sind – entscheidend sei die Abwägung zwischen den Kosten frühen Handelns und den möglichen Folgen des Nichthandelns.

Der Beitrag macht damit deutlich: Resilienz entsteht nicht erst im Katastrophenfall. Sie beginnt lange vorher – durch Risikobewusstsein, verständliche Warnungen, konkrete Handlungsempfehlungen, vorausschauende Maßnahmen und eine Gesellschaft, die weiß, wie sie im Ernstfall handeln kann.

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(Bildquelle: Pixabay)