Tagung der Evangelischen Akademie Loccum widmet sich der Zukunft des Zivilschutzes und der gesamtgesellschaftlichen Resilienz
Wie resilient ist Deutschland für den Ernstfall? Und welche Strukturen braucht eine moderne zivile Verteidigung, die Staat und Gesellschaft gleichermaßen in den Blick nimmt? Mit diesen Fragen beschäftigt sich die Tagung „Im Ernstfall resilient? Wege zu einem zeitgemäßen Zivilschutz“ der Evangelischen Akademie Loccum am 20. und 21. November 2026.
Angesichts hybrider Bedrohungen, möglicher großflächiger Krisen und veränderter sicherheitspolitischer Rahmenbedingungen rückt der Zivilschutz zunehmend in den Mittelpunkt der gesellschaftlichen Debatte. Die Tagung bringt dafür Expertinnen und Experten aus Politik, Verwaltung, Wissenschaft, Hilfsorganisationen und Sicherheitsbereich zusammen.
Zum Auftakt steht die Frage im Mittelpunkt, welche Szenarien unser Denken über zivile Verteidigung bestimmen. Arndt Freytag von Loringhoven, Botschafter a. D. und ehemaliger Vizechef des Bundesnachrichtendienstes sowie ehemaliger Geheimdienstkoordinator der NATO, ordnet die Entwicklung von hybriden Angriffen bis hin zur russischen Vollinvasion ein.
Zivilschutz als gesamtgesellschaftliche Aufgabe
In einer anschließenden Podiumsdiskussion geht es um den Aufbruch im Zivilschutz und die Frage, was aus dem neuen BMI-Eckpunkte-Pakt folgt – und welche Schritte darüber hinaus notwendig sind. Mit dabei sind unter anderem Albrecht Broemme, Ehrenpräsident des THW, Tobias Plate aus dem Bundesministerium des Innern, die Friedens- und Sicherheitsforscherin Ursula Schröder sowie Ute Vogt, Präsidentin der DLRG.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf dem Verhältnis von Staat und Gesellschaft. In den Foren werden unter anderem die Rolle des Ehrenamts in der zivilen Verteidigung, die Risikokommunikation und öffentliche Kommunikation im Zivilschutz sowie die Frage nach einer gesamtgesellschaftlichen Resilienz-Strategie diskutiert.
Damit greift die Tagung zentrale Fragen auf, die auch für den Bevölkerungsschutz von großer Bedeutung sind: Wie können staatliche Strukturen, Kommunen, Hilfsorganisationen, Zivilgesellschaft und Bevölkerung besser zusammenspielen? Welche Rolle spielt das Ehrenamt? Und wie kann Kommunikation dazu beitragen, Menschen im Krisenfall zu informieren, ohne zwischen Beschwichtigung und Alarmismus zu geraten?
Blick nach Europa und in die Schulen
Auch die europäische Perspektive kommt nicht zu kurz. Ein Abendpanel fragt, was Deutschland in Fragen der Zivilverteidigung und Resilienz von seinen europäischen Nachbarn lernen kann.
Am zweiten Tag richtet sich der Blick unter anderem auf die nächste Generation. Im Forum „Ins Curriculum? Sollte Zivilschutz in der Schule stattfinden?“ wird diskutiert, welchen Stellenwert Zivilschutz und Vorsorge künftig in der Bildung einnehmen könnten.
Zum Abschluss führt das Schlussplenum die unterschiedlichen Perspektiven zusammen: „Hin zu einer resilienteren Gesellschaft: Welche Wege führen zu einer zeitgemäßen Zivilen Verteidigung?“ lautet die zentrale Frage.
Resilienz braucht Zusammenarbeit
Die Tagung macht deutlich: Zivilschutz ist längst nicht mehr ausschließlich eine Aufgabe staatlicher Institutionen. Resilienz entsteht dort, wo unterschiedliche Akteure Verantwortung übernehmen, Wissen teilen und gemeinsam Vorsorge treffen.
Für den Bevölkerungsschutz bietet die Veranstaltung damit wichtige Impulse für die aktuelle Diskussion über eine widerstandsfähige Gesellschaft – von der Rolle des Ehrenamts über eine gute Krisenkommunikation bis hin zur Frage, wie eine Whole-Society-Strategie für Deutschland konkret aussehen kann.
Die Tagung „Im Ernstfall resilient? Wege zu einem zeitgemäßen Zivilschutz“ findet am 20. und 21. November 2026 in der Evangelischen Akademie Loccum statt.
Die Tagung kostet regulär 239€ und für ermäßigte 159€.
Weitere Informationen zu dieser Veranstaltung finden Sie hier.

