Fahrerlose Züge sind bereits heute auf ausgewählten Strecken und in weitgehend abgeschlossenen Netzen im Einsatz. Deutlich anspruchsvoller ist der automatisierte Betrieb im regulären Bahnverkehr. Dort müssen Züge ihre Umgebung zuverlässig erfassen und auf unerwartete Situationen wie Personen im Gleis, Hindernisse oder Fahrzeuge auf Bahnübergängen reagieren können.
Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) untersucht deshalb, wie Sensoren, künstliche Intelligenz und neue Testverfahren für einen sicheren automatisierten Bahnbetrieb eingesetzt werden können. Kameras und weitere Sensorsysteme müssen dabei auch unter schwierigen Bedingungen wie Dunkelheit, Regen, Schnee oder Nebel zuverlässig funktionieren. Mithilfe szenarienbasierter Tests werden kritische Situationen zunächst in Simulationen untersucht und anschließend unter möglichst realistischen Bedingungen erprobt.
Neben dem automatisierten Zugbetrieb (ATO) spielt auch die Fernsteuerung von Zügen (RTO) eine wichtige Rolle. Dabei kann Personal aus einem Kontrollzentrum heraus Züge überwachen oder in besonderen Situationen eingreifen. Das DLR erforscht unter anderem, wie solche Kontrollzentren gestaltet sein müssen und welche Informationen das Personal für ein sicheres Eingreifen benötigt.
Automatisiertes Fahren könnte künftig auch dazu beitragen, den Schienenverkehr flexibler und robuster zu gestalten. Insbesondere auf Nebenstrecken könnten kleinere automatisierte Fahrzeuge neue Betriebsmöglichkeiten schaffen. Für eine großflächige Umsetzung sind jedoch neben der technischen Entwicklung auch standardisierte Testverfahren, klare Sicherheitsanforderungen und geeignete Zulassungsprozesse erforderlich. Das DLR sieht daher weiteren Forschungsbedarf und plädiert unter anderem für ein Testfeld für hochautomatisiertes und ferngesteuertes Fahren auf der Schiene.
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(Bildquelle: Pixabay)

