Wie können komplexe Katastrophen und Großschadensereignisse aufgeklärt werden, wenn bestehende rechtliche und politische Aufklärungsmechanismen an ihre Grenzen stoßen? Mit dieser Frage beschäftigt sich der Workshop „Die Staatsaufgabe der Aufklärung von Katastrophenursachen am Beispiel der Ahrtalflut“ am 23. Oktober 2026 in Bonn.
Ausgehend von der Ahrtalflut 2021 widmet sich die Veranstaltung der Frage, wie Ursachen komplexer Katastrophen systematisch aufgearbeitet werden können. Im Mittelpunkt steht dabei die Idee einer unabhängigen Untersuchungsstelle für komplexe Großschadensereignisse. Während vergleichbare Institutionen beispielsweise im Ausland bereits etabliert sind, gibt es eine solche Stelle in Deutschland bislang nicht. Diskutiert werden sollen die Chancen und Grenzen eines solchen Ansatzes sowie mögliche rechtliche und institutionelle Ausgestaltungen.
Der Workshop verfolgt einen inter- und transdisziplinären Ansatz und bringt Perspektiven aus Rechts-, Politik- und Sozialwissenschaften sowie den Naturwissenschaften zusammen. Dabei werden unter anderem die Grenzen strafrechtlicher Verantwortungszuschreibung, die Rolle parlamentarischer Untersuchungsausschüsse und des Staatshaftungsrechts sowie Erfahrungen aus der Aufklärung anderer Großschadensereignisse betrachtet.
Auch die Perspektive des Katastrophenschutzes und des Katastrophenmanagements ist Teil des Programms. Weitere Beiträge beschäftigen sich unter anderem mit dem Versagen des Katastrophenschutzes im Landkreis Ahrweiler, der Arbeit der Bundesstelle für Fluguntersuchung, der gemeinschaftlichen Katastrophenbewältigung sowie den Ursachen für die ungewöhnlich hohe Zahl an Todesopfern während der Ahrtalflutkatastrophe 2021.
Damit bietet der Workshop eine Plattform für den Austausch zwischen Wissenschaft und Praxis und eröffnet eine wichtige Diskussion darüber, wie aus der Aufarbeitung vergangener Katastrophen Erkenntnisse für zukünftige Präventions- und Aufklärungsmechanismen gewonnen werden können.
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