Das Global Network of Civil Society Organisations for Disaster Reduction (GNDR) hat seine neue Global Strategy 2026–2030 veröffentlicht. Mit der Strategie legt das internationale Netzwerk seine Schwerpunkte für die kommenden fünf Jahre fest und möchte die Rolle zivilgesellschaftlicher Organisationen bei der Katastrophenvorsorge weiter stärken. GNDR bringt mehr als 2.000 Mitgliedsorganisationen in über 130 Ländern zusammen und setzt sich insbesondere dafür ein, dass die Perspektiven von Gemeinschaften, die besonders stark von Risiken betroffen sind, stärker in politische Entscheidungen und Maßnahmen zur Risikoreduzierung einfließen.
Ein zentraler Ansatz der Strategie ist die Stärkung lokal geführter Katastrophenvorsorge. Nach Ansicht des GNDR verfügen lokale Gemeinschaften und zivilgesellschaftliche Organisationen über wichtiges Wissen zu bestehenden Risiken, Verwundbarkeiten und geeigneten Bewältigungsstrategien, werden in Entscheidungsprozesse jedoch noch zu häufig unzureichend einbezogen. Die neue Strategie setzt deshalb auf eine stärkere Beteiligung lokaler Akteur:innen, den Austausch von Wissen und Erfahrungen sowie eine bessere Verbindung zwischen lokalen, nationalen und internationalen Strukturen. Dabei soll auch die Zusammenarbeit innerhalb des GNDR-Netzwerks ausgebaut werden, um lokale Erfahrungen stärker in globale Prozesse einzubringen.
Darüber hinaus setzt die Strategie auf eine risikoinformierte Entwicklung, bei der Katastrophenrisiken gemeinsam mit Faktoren wie Klimawandel, Konflikten, Ungleichheiten, Urbanisierung und Vertreibung betrachtet werden. Katastrophenvorsorge soll dabei nicht erst bei einem Ereignis ansetzen, sondern bereits in Entwicklungs-, Planungs- und Finanzierungsprozessen berücksichtigt werden. Ein weiterer Bestandteil der Strategie ist das MEAL Framework (Monitoring, Evaluation, Accountability and Learning). Es soll dabei unterstützen, die Umsetzung der strategischen Ziele systematisch zu verfolgen, Fortschritte zu bewerten, Verantwortung gegenüber den beteiligten Akteur:innen sicherzustellen und aus Erfahrungen zu lernen. Dadurch soll die Umsetzung der Strategie kontinuierlich weiterentwickelt und ihre Wirkung besser nachvollziehbar gemacht werden.
Mit der Global Strategy 2026–2030 möchte GNDR damit einen langfristigen Rahmen schaffen, um die Zusammenarbeit zwischen Zivilgesellschaft, staatlichen Institutionen und weiteren Akteur:innen des Katastrophenrisikomanagements zu stärken. Ziel ist es, lokale Perspektiven und Erfahrungen stärker in die globale Katastrophenvorsorge einzubinden und dadurch resilientere Strukturen insbesondere für besonders gefährdete Gemeinschaften zu fördern.
Die vollständige GNDR Global Strategy 2026–2030 finden Sie hier.
(Bildquelle: Unsplash)

