Wie können Warnungen, Informationen und Vorsorgemaßnahmen so gestaltet werden, dass sie alle Menschen erreichen? Dieser Frage widmete sich der Fachdialog „Wie können wir die Risikokommunikation in der Hansestadt Buxtehude inklusiver gestalten?“, der am 19. August im Stadthaus Buxtehude stattfand.
Die Veranstaltung wurde im Rahmen des Erasmus+ Projekts RESILIENT VOICES vom DKKV, zusammen mit der Pilotkommune – der Hansestadt Buxtehude durchgeführt. Ziel des Projekts ist es, die Perspektiven vulnerabler Bevölkerungsgruppen stärker in die Katastrophenvorsorge einzubeziehen und die Risikokommunikation inklusiver zu gestalten.
Zum Fachdialog kamen Vertreter:innen aus Verwaltung, sozialen Einrichtungen, Wissenschaft, Hilfsorganisationen und Selbstvertretungen zusammen. Zu den Teilnehmenden gehörten unter anderem die Hansestadt Buxtehude, die Lebenshilfe Buxtehude, die VHS Buxtehude, die Hochschule 21, das THW, die Feuerwehr, das DRK, die DLRG, die Malteser, die Polizei sowie Bewohner:innenvertretungen und weitere lokale Akteur:innen.
Nach der Begrüßung wurde das Projekt RESILIENT VOICES vorgestellt und zentrale Ergebnisse aus zwei Umfragen sowie aus den in Buxtehude Fokusgruppengesprächen präsentiert. Im Mittelpunkt standen die Perspektiven von Menschen mit Behinderung, Senior:innen sowie Menschen mit Migrationsgeschichte. Dabei wurde deutlich, dass alle Gruppen den Wunsch äußern, stärker in die Katastrophenvorsorge einbezogen zu werden. Gleichzeitig verfügen sie über wichtige Ressourcen wie Erfahrungswissen, Nachbarschaftshilfe, Solidarität und Engagement, die zukünftig stärker genutzt werden können.
Anschließend wurden die lokalen Auswirkungen des Klimawandels auf Buxtehude beleuchtet. Hitze, Starkregen und Überschwemmungen wurden dabei als zentrale Herausforderungen für die Zukunft identifiziert. Ergänzend wurden Best Practices aus Deutschland und Europa vorgestellt, die zeigen, wie inklusive Risikokommunikation und Klimaanpassung in Kommunen und sozialen Einrichtungen erfolgreich umgesetzt werden können. Beispiele reichten von Informationen in Leichter Sprache und mehrsprachigen Warnsystemen bis hin zu partizipativen Beteiligungsformaten und nachbarschaftsbasierten Unterstützungsnetzwerken.
Im anschließenden Dialog- und Austauschteil diskutierten die Teilnehmenden an Stellwänden über lokale Stärken, bestehende Lücken und mögliche Handlungsansätze für Buxtehude. Besonders häufig wurden der Bedarf an verständlicher und barrierefreier Kommunikation, die stärkere Einbindung vulnerabler Gruppen in Planungsprozesse sowie der Ausbau von Netzwerken zwischen Katastrophenschutz, sozialen Einrichtungen und Zivilgesellschaft genannt. Auch praktische Themen wie Hitzeschutz, regelmäßige Übungen und der Aufbau lokaler Unterstützungsstrukturen wurden intensiv diskutiert.
Der Fachdialog machte deutlich, dass eine inklusive Katastrophenvorsorge nur gemeinsam gelingen kann. Die unterschiedlichen Perspektiven der beteiligten Akteur:innen lieferten wertvolle Impulse für die zukünftige Weiterentwicklung der Risikokommunikation in Buxtehude. Die Ergebnisse der Veranstaltung werden nun in die weitere Arbeit des Projekts RESILIENT VOICES einfließen.
Gemeinsames Ziel bleibt es, die Katastrophenvorsorge in Buxtehude so zu gestalten, dass alle Menschen erreicht werden, sich beteiligen können und im Krisenfall die Unterstützung erhalten, die sie benötigen.
Eine Übersicht der Erasmus+ Projekte finden Sie hier.
(Bildquelle: DKKV)

