Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat erste Ergebnisse seiner wissenschaftlichen Aufarbeitung der Geschichte seiner Vorgängerorganisationen vorgestellt. Seit 2023 untersuchen Historiker:innen die Entwicklung der deutschen Luftfahrtforschung von den Anfängen im Jahr 1907 bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs. Ziel ist es, die wissenschaftlichen Leistungen der Einrichtungen ebenso wie ihre Verflechtungen mit den politischen und militärischen Strukturen ihrer Zeit transparent darzustellen.

Im Rahmen des Projekts wurden acht unabhängige Forschungsprojekte vergeben, die die Entwicklung der Luftfahrtforschung im Kaiserreich, in der Weimarer Republik und während der NS-Zeit untersuchen. Dabei werden unter anderem die Rolle der Aerodynamischen Versuchsanstalt (AVA) und der Deutschen Versuchsanstalt für Luftfahrt (DVL), Innovationsprozesse in der Luftfahrt sowie Themen wie Verfolgung, Zwangsarbeit und Menschenversuche beleuchtet.

Die bisherigen Forschungsergebnisse zeigen ein differenziertes Bild: Einerseits leisteten die Vorgängerorganisationen wichtige Beiträge zur modernen Luftfahrtforschung, andererseits waren sie – insbesondere während der NS-Zeit – in unterschiedlichem Maße in die Kriegs- und Machtstrukturen des Regimes eingebunden.

Bis Anfang 2027 sollen die Arbeiten abgeschlossen werden. Geplant sind mehrere wissenschaftliche Monografien, Bildbände sowie eine Ausstellung zur Geschichte der DLR-Vorgängerorganisationen. Die ersten Veröffentlichungen sind bereits erschienen und werden Anfang 2027 auch frei zugänglich verfügbar sein.

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(Bildquelle: Unsplash)