Am Montag, den 26. Januar 2026, um 12:30 Uhr, findet die neunte Session der gemeinsamen Lunchtalk-Reihe des DKKV und seines institutionellen Mitglieds CEDIM unter dem Titel „Wie kann generative KI zur Verbesserung der System-Resilienz beitragen?“ statt. Extreme Ereignisse wie Energiekrisen, Starkwetterlagen oder der Ausfall kritischer Infrastrukturen stellen bestehende Systeme zunehmend auf die Probe. Im aktuellen Resilienz-Diskurs wird dabei immer deutlicher, dass es nicht ausreicht, bestehende Strukturen lediglich robuster zu gestalten. Gerade im Umgang mit seltenen, aber folgenreichen Ereignissen stoßen klassische Planungsansätze an ihre Grenzen, da sie meist nur bekannte Szenarien und Varianten berücksichtigen.
Der Lunchtalk zeigt auf, wie generative Künstliche Intelligenz neue Perspektiven für die resiliente Gestaltung komplexer Systeme eröffnen kann. Generative KI ermöglicht es, systematisch alternative Lösungsansätze zu entwickeln, die jenseits etablierter Planungslogiken liegen, und damit nachhaltige und resiliente Optionen sichtbar zu machen, die nicht zwangsläufig mit hohen Kosten verbunden sind, sondern vielmehr entdeckt werden müssen.
Anhand eines konkreten urbanen Beispiels wird vorgestellt, wie ein interdisziplinärer Workflow aufgebaut werden kann, der generative KI in die integrative Energiesystemplanung einbettet. Dabei werden Daten, Modellierung, Simulation, Unsicherheitsanalysen und generative KI zu einem ganzheitlichen Prozess verknüpft, der nicht nur robuste, sondern auch neuartige und zukunftsfähige Systementwürfe ermöglicht. Der Vortrag verdeutlicht, dass Resilienz heute im Zusammenspiel von Ingenieurwissenschaften, KI, Stadtplanung und Nachhaltigkeitsforschung entsteht – und dass generative KI dabei zu einem immer wichtigeren Werkzeug wird.
Referent der Veranstaltung ist Dr. rer. nat. Sadeeb Simon Ottenburger, Mathematiker und Experte für die Resilienz kritischer Infrastrukturen am Karlsruher Institut für Technologie (KIT). Nach seiner Promotion am Exzellenzcluster Mathematik der Universität Bonn sammelte er mehrere Jahre Industrieerfahrung im Softwareengineering, bevor er ans KIT zurückkehrte. Dort leitet er heute die interdisziplinäre Abteilung „Resiliente und Smarte Infrastruktursysteme“ (RESIS) am Institut für Thermische Energietechnik und Sicherheit (ITES). Seine Arbeitsgruppe entwickelte unter anderem ein Entscheidungsunterstützungssystem für das Notfallmanagement, das in über 40 Ländern operativ eingesetzt wird. Zu seinen Forschungsschwerpunkten zählen der Umgang mit Komplexität sowie robuste, wissenschaftlich fundierte Entscheidungsunterstützung für die resiliente Transformation kritischer Systeme.
Weitere Informationen zur Veranstaltung finden Sie auf dem Veranstaltungsflyer, anmelden können Sie sich hier. Mehr Informationen zur gesamten Lunchtalk-Reihe finden Sie auf unserer Website oder im Flyer.
(Bildquelle: DKKV)

