Das Jahr 2025 war für die Bundesanstalt Technisches Hilfswerk (THW) geprägt von einer hohen Einsatzdichte, strategischen Investitionen in den Zivilschutz sowie dem 75-jährigen Jubiläum der Organisation. Mit rund 88.000 ehrenamtlichen Einsatzkräften in 669 Ortsverbänden leistete das THW einen zentralen Beitrag zur Bewältigung von Krisen und Katastrophen in Deutschland und weltweit.
Insgesamt kamen die ehrenamtlichen Helfer:innen im Jahr 2025 auf rund 600.000 Einsatzstunden. Gefordert war das THW unter anderem bei Waldbränden, Starkregen- und Hochwasserereignissen, Stromausfällen, Zugunglücken sowie bei Einsätzen mit Gefahrstoffen und Ölschäden. Besonders deutlich wurde die Bedeutung technischer Hilfeleistungen beim großflächigen Stromausfall in Berlin, bei dem THW-Kräfte die Notstromversorgung Kritischer Infrastrukturen sicherstellten.
Ein wesentlicher Schritt zur Stärkung der Zivilschutzfähigkeit ist die vollständige Finanzierung des THW-Bauprogramms, die der Deutsche Bundestag im November 2025 beschlossen hat. In den kommenden Jahren stehen rund 2,7 Milliarden Euro zur Verfügung, um bis zu 200 Ortsverbände neu zu bauen oder zu modernisieren. Ziel ist es, die Infrastruktur an den gewachsenen Bedarf anzupassen, logistische Kapazitäten zu erweitern und die Einsatzbereitschaft langfristig zu sichern.
Auch organisatorisch entwickelte sich das THW weiter. Mit der Gründung des ersten rein virtuellen Ortsverbandes wurde ein neuer Ansatz erprobt: Das dort angesiedelte Virtual Operations Support Team (VOST) unterstützt Einsatzstäbe bei digitaler Lageauswertung, Social-Media-Monitoring und Informationsaufbereitung. Damit reagiert das THW auf neue Herausforderungen wie Desinformation und die zunehmende Bedeutung digitaler Informationsflüsse in Krisenlagen.
Die technische Ausstattung des THW wurde 2025 ebenfalls deutlich erweitert. Rund 430 neu beschaffte Fahrzeuge – darunter Gerätekraftwagen, mobile Stromerzeuger, Mobilkräne und Spezialanhänger – wurden an die Ortsverbände ausgeliefert. Der Gesamtfahrzeugbestand des THW liegt damit bei über 12.000 Einsatzfahrzeugen.
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf Ausbildung und Übung. Mit der groß angelegten Landesverbandsübung FÜLEX 2025 trainierten rund 4.000 Einsatzkräfte in Nordrhein-Westfalen verschiedene Zivilschutzszenarien, darunter langanhaltende Stromausfälle, logistische Herausforderungen und hybride Bedrohungslagen. Parallel wurde die Grundausbildung Zivilschutz fest in die THW-Ausbildung integriert.
International setzte das THW sein Engagement insbesondere in der Ukraine fort. Im dritten Jahr der russischen Invasion unterstützte das THW gemeinsam mit dem BBK den Aufbau standardisierter Rettungsstationen und lieferte Hilfsgüter, Fahrzeuge und Baumaschinen. Seit Kriegsbeginn wurden Hilfsgüter im Wert von über 150 Millionen Euro bereitgestellt. Darüber hinaus war das THW 2025 auch in anderen Regionen aktiv, unter anderem im Rahmen langfristiger Projekte zur Stärkung lokaler Zivilschutzstrukturen sowie bei kurzfristigen Hilfseinsätzen nach Naturkatastrophen.
Neben Einsatz und Ausbildung spielte auch Forschung und Innovation eine wichtige Rolle. Mit dem Abschluss des Forschungsprojekts ROMATRIS wurden neue technologische Ansätze für den robotischen Materialtransport in Schadenslagen erprobt, um Sicherheit und Effizienz bei Einsätzen weiter zu erhöhen.
Ein umfassender digitaler Rückblick auf das Jahr 2025 mit Videos, Bildern und interaktiven Inhalten ist hier zu finden.
(Bildquelle: THW)

