Am 26. August 2026 traf eine schwere Sturzflut das Grenzgebiet zwischen Nepal und der chinesischen autonomen Region Tibet. Besonders betroffen waren unter anderem der nepalesische Distrikt Rasuwa sowie Gebiete entlang des Bhotekoshi- und Trishuli-Flusssystems. Große Mengen Wasser, Eis, Schlamm und Geröll wurden in kurzer Zeit mobilisiert und führten zu schweren Schäden an Siedlungen und Infrastruktur. Auch der wichtige Grenzübergang Gyirong zwischen Nepal und Tibet wurde weitgehend zerstört.

Nach Angaben der nepalesischen National Disaster Risk Reduction and Management Authority (NDRRMA) wurden bis zum 19. September 1.411 Todesopfer beziehungsweise menschliche Überreste geborgen. Gleichzeitig gelten 5.875 Menschen als vermisst, darunter 636 ausländische Staatsangehörige. 13.784 Menschen konnten bislang gerettet werden. Allein im Distrikt Rasuwa werden weiterhin mehr als 3.500 Menschen vermisst.

Die Suche nach Vermissten dauert mehrere Wochen nach dem Ereignis weiterhin an. Besonders schwierig gestaltet sich die Bergung in den betroffenen Bergregionen und an zerstörten Wasserkraftanlagen. Einsatzkräfte setzen unter anderem Hubschrauber, Drohnen und Spezialteams ein. Die schwierige Topografie, große Mengen an abgelagertem Schlamm und Geröll sowie beschädigte Verkehrs- und Kommunikationswege erschweren die Such- und Rettungsmaßnahmen.

Als Auslöser des Ereignisses gilt nach bisherigen Erkenntnissen ein Gletscher- beziehungsweise Eis-Fels-Abbruch im Bereich des Langtang-Lirung-Massivs. Die dabei mobilisierten Eis- und Gesteinsmassen führten zu einer großflächigen Flut- und Schlammlawine, die sich durch die Flusstäler ausbreitete. Betroffen waren neben Rasuwa unter anderem die Distrikte Nuwakot, Dhading und Kavre.

Die Auswirkungen gehen dabei weit über die unmittelbare Flutwelle hinaus. Zahlreiche Häuser wurden zerstört oder schwer beschädigt, Infrastruktur wie Straßen und Brücken unterbrochen und mehrere Wasserkraftanlagen beschädigt. Bereits Anfang September schätzten die nepalesischen Behörden, dass rund 20.000 Häuser wiederaufgebaut werden müssen. Gleichzeitig wird an der Wiederherstellung von Verkehrswegen, Strom- und Kommunikationsverbindungen gearbeitet.

Auch die Identifizierung der geborgenen Toten stellt die Einsatzkräfte vor große Herausforderungen. Laut aktuellen Angaben wurden DNA-Proben von mehr als 1.200 nicht identifizierten Leichen sowie von Angehörigen vermisster Personen genommen. Bis Mitte September konnten jedoch erst 105 der geborgenen Leichen eindeutig identifiziert und an ihre Familien übergeben werden.

Hinweis: Die Angaben zu Todesopfern, Vermissten und Geretteten sind weiterhin vorläufig und werden regelmäßig aktualisiert. Die Zahl der Vermissten kann sich unter anderem durch die Identifizierung geborgener Leichen, nachträgliche Meldungen und die Zuordnung bereits geretteter Personen verändern. Die hier genannten Zahlen entsprechen dem verfügbaren Stand vom 21. September 2026.

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(Bildquelle: Unspash)