Der Deutscher Wetterdienst (DWD) hat eine Attributionsstudie zum Schneefallereignis am 9. und 10. Januar 2026 veröffentlicht. Das Tiefdruckgebiet „ELLI“ führte in einem breiten Streifen von der Nordsee über den Harz bis zum Erzgebirge zu teils erheblichen Schneefällen. Im Nordwesten Deutschlands, insbesondere im Raum Hamburg, wurden verbreitet Schneehöhen von 20 cm, lokal bis zu 30 cm gemessen. In den Folgetagen fiel vereinzelt weiterer Schnee, sodass die Schneedecke bis zum 13. Januar nochmals leicht anwuchs.
Vor dem Hintergrund mehrerer milder Winter wurde das Ereignis in der öffentlichen Wahrnehmung als außergewöhnlich eingestuft. Die nun vorgelegte Attributionsstudie untersucht, in welchem Zusammenhang das Ereignis mit langfristigen klimatischen Veränderungen steht. Analysiert wurde für den westlichen Teil des norddeutschen Tieflandes die maximal erreichte Schneehöhe pro Winter (Oktober bis April). Das vorläufige winterliche Maximum wurde am 13. Januar mit einem Gebietsmittel von rund 12,2 cm erreicht.
Unter heutigen klimatischen Bedingungen wird eine Schneehöhe von mindestens 12,2 cm im Mittel nur etwa einmal in 52 Jahren erreicht oder überschritten (95 %-Konfidenzintervall: 13 bis 1300 Jahre). Das in der Attributionsforschung übliche „Probability Ratio“ lag für dieses Ereignis bei 0,12 (0,0064 bis 0,48). Demnach wäre ein vergleichbares Ereignis in einem um 1,3 °C kühleren Klima im Durchschnitt etwa alle sechs Jahre aufgetreten und ist heute rund achtmal seltener als ohne den beobachteten Klimawandel. Gleichzeitig zeigt die Analyse, dass die Intensität eines heutigen 52-jährigen Ereignisses um durchschnittlich 56 % geringer ausfällt als unter früheren klimatischen Bedingungen.
Bei einer weiteren globalen Erwärmung auf 2,0 °C gegenüber dem vorindustriellen Niveau würde sich die Wahrscheinlichkeit vergleichbarer Schneehöhen weiter verringern. Die modellierte Wiederkehrzeit läge dann bei rund 104 Jahren, während die Intensität im Mittel um etwa 24 % abnähme.
Die vollständige Studie ist hier nachzulesen
(Bildquelle: unsplash)

