Eine neue Studie im Auftrag des Umweltbundesamtes zeigt, wie sich extrem klimaschädliche F-Gase künftig deutlich besser erfassen und regional zuordnen lassen. Mithilfe von Atmosphärenmessungen und Modellrechnungen konnten Forschende erstmals einen bislang unbekannten Emissions-Hotspot in Südwestdeutschland identifizieren. Besonders im Fokus steht das Treibhausgas Schwefelhexafluorid (SF₆), das eine rund 24.000-fach stärkere Klimawirkung als CO₂ besitzt. Die Ergebnisse zeigen, dass Emissionen regional deutlich ungleich verteilt sind und bisherige Annahmen zur Verteilung teilweise korrigiert werden müssen.
Die Analyse basiert auf einem deutschlandweit einheitlichen Datensatz aus verschiedenen Messstationen, darunter die Zugspitze und das Taunus-Observatorium. Für den identifizierten Hotspot wurden Emissionen von etwa 30 Tonnen SF₆ pro Jahr (2021–2023) geschätzt, deutlich abweichend von den offiziell gemeldeten Quellen. Gleichzeitig stimmen die Gesamtemissionen weiterhin mit den internationalen Berichtsdaten überein, was auf Verschiebungen innerhalb der regionalen Verteilung hinweist.
Erstmals wurden zudem kontinuierliche Messungen von Stickstofftrifluorid (NF₃) in Deutschland durchgeführt. Das ebenfalls sehr klimaschädliche Gas zeigt aktuell nur geringe regionale Emissionsquellen, allerdings einen moderaten globalen Anstieg. Die Studie unterstreicht insgesamt die Bedeutung moderner Messsysteme, um Emissionen präziser zu erfassen, unbekannte Quellen aufzudecken und gezielte Minderungsmaßnahmen zu ermöglichen.
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(Bildquelle: unsplash)

