Der tropische Wirbelsturm „Gezani“ hat am 10. Februar 2026 die Ostküste Madagaskars mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 250 Kilometern pro Stunde getroffen und schwere Verwüstungen verursacht. Nach Behördenangaben kamen mindestens 31 Menschen ums Leben, zahlreiche weitere wurden verletzt. Mehrere Personen gelten weiterhin als vermisst. Die Zahl der Betroffenen geht in die Hunderttausende.
Luftaufnahmen aus den betroffenen Regionen zeigen eingestürzte Gebäude, zerstörte Lagerhallen, abgedeckte Dächer und entwurzelte Bäume. Ganze Landstriche stehen unter Wasser, Straßen sind überflutet und vielerorts unpassierbar. Neben massiven Schäden an Wohn- und Gewerbegebäuden wurden auch Strom- und Telekommunikationsleitungen unterbrochen. Rettungskräfte sind weiterhin im Einsatz, tausende Menschen mussten in Sicherheit gebracht werden.
Besonders betroffen ist die rund 400.000 Einwohner:innen zählende Stadt Toamasina an der Ostküste. Nach Angaben der Übergangsregierung sollen dort weite Teile der Infrastruktur erheblich beschädigt worden sein. Die nationale Regierung wandte sich angesichts des Ausmaßes der Zerstörungen an die internationale Gemeinschaft und bat um Unterstützung.
Meteorolog:innen gehen davon aus, dass der Sturm über Land an Intensität verliert. Dennoch besteht weiterhin ein erhöhtes Risiko für Überschwemmungen und Erdrutsche infolge anhaltender Niederschläge. Madagaskar ist aufgrund seiner geografischen Lage im Indischen Ozean regelmäßig tropischen Wirbelstürmen ausgesetzt. Wiederkehrende Extremwetterereignisse stellen das Land vor erhebliche Herausforderungen im Bereich Katastrophenvorsorge, Risikomanagement und Wiederaufbau.
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Vor dem Hintergrund der schweren Schäden hat das Technisches Hilfswerk (THW) Hilfsgüter für die betroffene Bevölkerung auf den Weg gebracht. Wie das THW am 18. Februar 2026 mitteilte, umfasst die Lieferung unter anderem rund 300 Familienzelte, mehr als 1.200 Isoliermatten, etwa 1.000 Küchensets sowie 1.000 sogenannte Dripfilter zur Trinkwasseraufbereitung.
Die Hilfsgüter wurden im THW-Logistikzentrum Bayern zusammengestellt. Madagaskar hatte zuvor über den europäischen Katastrophenschutzmechanismus internationale Unterstützung angefordert. Der Transport der Güter wird im Rahmen dieses Mechanismus koordiniert. Die Finanzierung der Nothilfemaßnahme erfolgt durch das Auswärtige Amt.
THW-Präsidentin Sabine Lackner erklärte, dass die Hilfslieferung einen gezielten Beitrag zur Unterstützung der betroffenen Bevölkerung leisten solle. Das THW ist die ehrenamtlich getragene Einsatzorganisation des Bundes im Bevölkerungsschutz und unterstützt im Auftrag der Bundesregierung national wie international bei Naturereignissen und anderen Notlagen. Auch technische und logistische Aufgaben im Rahmen des Katastrophenschutzverfahrens der Europäischen Union sowie im Auftrag von Organisationen der Vereinten Nationen gehören zum Einsatzspektrum.
Die Ereignisse verdeutlichen erneut die Bedeutung international koordinierter Katastrophenhilfe sowie resilienter Infrastrukturen und Vorsorgestrukturen, insbesondere in besonders exponierten Regionen. Die vollständige Pressmeldung ist hier zu lesen.
(Bildquelle: THW)

