Extreme Wetterereignisse wie Starkwinde, intensive Niederschläge oder plötzliche Kälteperioden prägen zunehmend die Winter in Europa. Viele dieser Phänomene stehen im Zusammenhang mit Tiefdruckgebieten, die sich über dem Nordatlantik bilden und sich anschließend in Richtung Europa verlagern. Treffen diese Wettersysteme auf Deutschland, können sie erhebliche Auswirkungen haben – von Verkehrsbeeinträchtigungen bis hin zu hohen Sachschäden und Gefährdungen für die Bevölkerung.

Um die Entstehung und Entwicklung solcher Extremwetterlagen besser zu verstehen, ist am 13. Januar 2026 die internationale Messkampagne NAWDIC (North Atlantic Waveguide, Dry Intrusion, and Downstream Impact Campaign) gestartet. Ziel des groß angelegten Forschungsprojekts ist es, die bislang unzureichende Datenlage über dem Nordatlantik zu verbessern. Viele der relevanten atmosphärischen Prozesse finden in dieser Region statt, die mit herkömmlichen Messnetzen nur eingeschränkt erfasst werden kann.

Im Rahmen der sechswöchigen Kampagne werden umfangreiche flugzeug- und bodengebundene Beobachtungen durchgeführt. Eine zentrale Rolle spielt dabei das deutsche Forschungsflugzeug HALO (High Altitude and Long Range Research Aircraft), das vom Deutschen Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) betrieben wird. Mit hochauflösenden Messungen in großer Höhe liefert HALO wichtige Daten zur Dynamik von Tiefdrucksystemen und deren Auswirkungen auf nachgelagerte Wetterentwicklungen in Europa.

Die im Projekt gewonnenen Erkenntnisse sollen dazu beitragen, Winter-Wettervorhersagen zu verbessern und Extremereignisse früher sowie zuverlässiger zu erkennen. Dies ist insbesondere für den Katastrophen- und Bevölkerungsschutz von großer Bedeutung, da präzisere Vorhersagen eine bessere Vorbereitung und rechtzeitige Schutzmaßnahmen ermöglichen.

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(Bildquelle: Pixabay)