Der Deutsche Wetterdienst (DWD) hat seine aktuelle saisonale Klimavorhersage für den Zeitraum März bis Juli 2026 vorgelegt (Stand: 16.02.2026). Saisonale Vorhersagen geben keine konkrete Wetterprognose für einzelne Tage, sondern beschreiben klimatische Tendenzen über mehrmonatige Zeiträume im Vergleich zu einem Referenzzeitraum (1991–2020).

Für Deutschland zeigen die aktuellen Modellrechnungen folgende Tendenzen:

  • Frühling (März–Mai): Hohe Wahrscheinlichkeit (88 %) für normale bis wärmere Bedingungen. Die Vorhersagequalität wird jedoch als gering eingestuft.
  • Später Frühling (April–Juni): Moderate Tendenz (69 %) für einen wärmeren Zeitraum.
  • Frühsommer (Mai–Juli): Ebenfalls moderate Tendenz (67 %) für wärmere Bedingungen; hier liegt die Vorhersagequalität im mittleren Bereich.

Der DWD weist ausdrücklich darauf hin, dass saisonale Klimavorhersagen grundsätzlich mit Unsicherheiten verbunden sind. Mit zunehmender Vorhersagedauer steigt die Unsicherheit. Bei geringer Vorhersagequalität empfiehlt der DWD, vom beobachteten Klimazustand auszugehen, wonach kältere, normale und wärmere Bedingungen jeweils gleich wahrscheinlich sind.

Die Ergebnisse werden durch internationale Multi-Modell-Vorhersagen der Weltorganisation für Meteorologie (WMO) grundsätzlich bestätigt. Auch dort zeigen sich überwiegend leichte bis moderate Tendenzen zu wärmeren Bedingungen im Frühjahr und Frühsommer 2026.

In der großräumigen klimatischen Einordnung spielen unter anderem Entwicklungen im tropischen Pazifik (ENSO), Meeresoberflächentemperaturen im Mittelmeerraum sowie mögliche Veränderungen der Nordatlantischen Oszillation (NAO) eine Rolle. Die Modelle deuten auf neutrale ENSO-Bedingungen im Frühjahr mit möglicher Entwicklung hin zu El Niño im Frühsommer.

Für die Bodenfeuchte prognostiziert der DWD bis Juli 2026 insbesondere für Teile Thüringens und Sachsen-Anhalts weiterhin eine starke Tendenz zu trockeneren Bedingungen. Für Niederschläge in Deutschland insgesamt sind die Modelle weniger eindeutig.

Die saisonalen Klimavorhersagen des DWD basieren auf Ensemble-Modellen, die Unsicherheiten systematisch berücksichtigen und statistisch auf eine hohe räumliche Auflösung für Deutschland heruntergerechnet werden. Zusätzlich werden internationale Modellansätze sowie großskalige Klimaphänomene in die Bewertung einbezogen.

Die gesamte Vorhersage inklusive Grafiken und Modellen finden Sie hier.

(Bildquelle: Pixabay)