Das neue Faktenpapier des Deutschen Wetterdienstes (DWD) und des ExtremWetterKongresses fasst den aktuellen wissenschaftlichen Kenntnisstand zu Extremwetterereignissen in Deutschland zusammen. Die Ergebnisse unterstreichen, wie wichtig eine vorausschauende Klimaanpassung und ein resilienter Bevölkerungsschutz sind.
Hitze, Trockenheit und weitere Extremwetterereignisse stellen Deutschland vor wachsende Herausforderungen. Welche Entwicklungen lassen sich beobachten, welche Risiken ergeben sich daraus für Mensch und Umwelt und welche Schlussfolgerungen ergeben sich für die Vorsorge? Mit dem Faktenpapier „Was wir über das Extremwetter in Deutschland wissen“ geben der Deutsche Wetterdienst (DWD), der DAS-Basisdienst und der ExtremWetterKongress einen aktuellen Überblick über den wissenschaftlichen Kenntnisstand. Das Papier wurde am 23. September 2026 im Rahmen des 16. ExtremWetterKongresses vorgestellt.
Zunehmende Hitzebelastung in Deutschland
Eine zentrale Erkenntnis betrifft die Entwicklung der Hitzebelastung. Im Vergleich zur Referenzperiode 1961–1990 hat sich die durchschnittliche Zahl der Hitzetage mit Temperaturen von über 30 °C von vier auf zwölf Tage pro Jahr verdreifacht. Der Sommer 2026 lag mit deutschlandweit durchschnittlich 22 Hitzetagen nochmals deutlich darüber.
Die Auswirkungen hoher Temperaturen gehen dabei weit über meteorologische Messwerte hinaus. Extreme Hitze belastet die Gesundheit, insbesondere von älteren Menschen, Kindern und Personen mit Vorerkrankungen. Auch Städte stehen aufgrund dichter Bebauung und der nächtlichen Wärmebelastung vor besonderen Herausforderungen. Im Sommer 2026 wurden in Deutschland zeitweise Lufttemperaturen von über 41 °C sowie Tropennächte mit Temperaturen von über 25 °C erreicht.
Die Entwicklung verdeutlicht, dass Hitzeschutz und gesundheitliche Vorsorge zunehmend als zentrale Aufgaben der Klimaanpassung und des Bevölkerungsschutzes verstanden werden müssen.
Extremwetter als Herausforderung für die Katastrophenvorsorge
Extremwetterereignisse können unterschiedliche gesellschaftliche Bereiche gleichzeitig betreffen. Neben den unmittelbaren Auswirkungen auf die Gesundheit und die Umwelt können sie kritische Infrastrukturen, die Energieversorgung, Verkehrswege und die Verfügbarkeit wichtiger Ressourcen beeinträchtigen.
Für den Bevölkerungsschutz ergibt sich daraus die Notwendigkeit, Risiken frühzeitig zu erkennen, Warnsysteme weiterzuentwickeln und Vorsorgemaßnahmen an veränderte Gefahrenlagen anzupassen. Dabei kommt es nicht allein auf die Bewältigung einzelner Ereignisse an. Entscheidend ist auch, wie gut Kommunen, Behörden, Einsatzorganisationen und weitere beteiligte Akteur auf lang anhaltende oder gleichzeitig auftretende Belastungen vorbereitet sind.
Ein resilienter Bevölkerungsschutz benötigt daher belastbare Strukturen, klare Zuständigkeiten und eine enge Zusammenarbeit zwischen Wissenschaft, Verwaltung, Politik und operativer Praxis. Aktuelle wissenschaftliche Erkenntnisse bilden dafür eine wichtige Grundlage.
Vom Wissen zum Handeln
Die Erkenntnisse des Faktenpapiers machen deutlich, wie eng Klimawandel, Klimaanpassung und Katastrophenvorsorge miteinander verbunden sind. Wissenschaftliche Daten helfen dabei, Risiken besser einzuschätzen und Maßnahmen gezielt zu planen. Damit dieses Wissen seine Wirkung entfalten kann, muss es in konkrete Strategien und Vorsorgekonzepte einfließen.
Dazu gehören unter anderem die Stärkung kommunaler Vorsorge, die Berücksichtigung besonders gefährdeter Bevölkerungsgruppen, die Vorbereitung auf hitzebedingte Gesundheitsrisiken sowie die Sicherstellung der Funktionsfähigkeit kritischer Infrastrukturen. Ebenso wichtig ist es, die Bevölkerung verständlich über Risiken zu informieren und ihre Fähigkeit zur eigenständigen Vorsorge zu stärken.
Das DKKV setzt sich für eine vorausschauende und wissensbasierte Katastrophenvorsorge ein. Das aktuelle Faktenpapier bietet eine wichtige Grundlage, um die Herausforderungen durch Extremwetter einzuordnen und die Diskussion über wirksame Maßnahmen zur Stärkung der gesellschaftlichen Resilienz weiterzuführen.
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