Zum zehnten Jubiläum des Bundespreises „Blauer Kompass“ haben das Bundesumweltministerium und das Umweltbundesamt (UBA) sechs Projekte für ihre Ansätze zur Vorsorge und Anpassung an die Folgen des Klimawandels ausgezeichnet. Mit 488 Bewerbungen verzeichnete der Wettbewerb in diesem Jahr einen Teilnahmerekord. Die sechs ausgezeichneten Projekte erhalten jeweils ein Preisgeld von 25.000 Euro.
Die Projekte zeigen unterschiedliche Wege, mit Klimafolgen wie Starkregen, Hitze, Dürre und Extremwetter umzugehen. Ausgezeichnet wurden unter anderem ein Starkregenfrühalarmsystem im Landkreis Fulda, ein regeneratives Bewirtschaftungssystem für landwirtschaftliche Flächen in Brandenburg und ein Hochschulmodul zur klimasensiblen Hebammenarbeit. Weitere Preise gingen an die interaktive Ausstellung „Die MutReiferei“ in Leverkusen, ein Aquaponik-Gewächshaus der Sankt Mauritius-Sekundarschule in Halle (Saale) sowie den „OPG-Klimawald und Streuobstwiese“ der Olof-Palme-Gesamtschule in Hiddenhausen.
Besonders für die Katastrophenvorsorge relevant ist das Starkregenfrühalarmsystem des Landkreises Fulda. Mehr als 180 Sensoren erfassen dort in Echtzeit Pegelstände und Niederschlagsmengen. Die Daten werden mithilfe Künstlicher Intelligenz ausgewertet und mit Radardaten des Deutschen Wetterdienstes abgeglichen. Über App, SMS oder Telefon können Bürger bei entsprechenden Ereignissen mit Vorwarnzeiten von bis zu 60 Minuten alarmiert werden. Bei einem Starkregenereignis im Mai 2024 konnte das System bereits dazu beitragen, dass Feuerwehren ihre Einsätze frühzeitig koordinieren konnten.
Auch die weiteren Projekte verdeutlichen, dass Klimaanpassung verschiedene gesellschaftliche Bereiche betrifft: von Landwirtschaft und Gesundheitswesen über Bildung bis hin zu kommunaler Vorsorge. Der Bundespreis soll damit konkrete Ansätze sichtbar machen, die zur Widerstandsfähigkeit gegenüber den Folgen des Klimawandels beitragen können.
Die Preisverleihung fand am 17. September 2026 im Bundesumweltministerium in Berlin im Rahmen der „Woche der Klimaanpassung“ statt. Der Bundespreis „Blauer Kompass“ wird alle zwei Jahre gemeinsam vom Bundesumweltministerium und dem Umweltbundesamt vergeben.
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(Bildquelle: Unsplash)

