Das World Economic Forum (WEF) hat im Januar 2026 den Global Risks Report 2026 veröffentlicht. Die inzwischen 21. Ausgabe des Berichts analysiert zentrale globale Risiken über unterschiedliche Zeithorizonte hinweg und richtet sich an politische und wirtschaftliche Entscheidungsträger:innen weltweit.
Im Mittelpunkt steht die These eines beginnenden „Age of Competition“: Eine zunehmend fragmentierte Weltordnung, in der geopolitische Rivalitäten, geökonomische Spannungen und gesellschaftliche Polarisierung kooperative Strukturen unter Druck setzen. Der Bericht versteht sich ausdrücklich nicht als Prognose, sondern als Szenarienanalyse, die mögliche Entwicklungspfade und Handlungsoptionen zur Risikoprävention aufzeigt.
Grundlage der Analyse ist die Global Risks Perception Survey 2025–2026, an der mehr als 1.300 Expert:innen aus Wissenschaft, Wirtschaft, Politik, internationalen Organisationen und Zivilgesellschaft teilgenommen haben. Ergänzend fließen Ergebnisse der Executive Opinion Survey mit über 11.000 Unternehmensvertreter:innen aus 116 Volkswirtschaften sowie Beiträge von Fachleuten aus verschiedenen thematischen Netzwerken ein.
Die Ergebnisse zeichnen ein deutlich eingetrübtes Stimmungsbild: 50 Prozent der Befragten erwarten in den kommenden zwei Jahren eine „turbulente“ oder „stürmische“ globale Entwicklung, über einen Zehnjahreszeitraum steigt dieser Anteil auf 57 Prozent. Geoeconomic Confrontation wird als kurzfristig schwerwiegendstes Risiko identifiziert, gefolgt von staatlichen bewaffneten Konflikten. Zugleich bleiben langfristige Herausforderungen wie Umweltveränderungen, technologische Beschleunigung und gesellschaftliche Spannungen zentral.
Der Bericht arbeitet mit drei Zeithorizonten – kurzfristig (2026), mittel- bis kurzfristig (bis 2028) und langfristig (bis 2036) – und untersucht sowohl Einzelrisiken als auch deren Wechselwirkungen. Neben der quantitativen Risikoerhebung werden sechs vertiefende Themenfelder analysiert, darunter „Multipolarity without Multilateralism“, „Values at War“, „An Economic Reckoning“ sowie Risiken im Zusammenhang mit Infrastruktur, Quantentechnologien und Künstlicher Intelligenz.
Der Global Risks Report 2026 unterstreicht damit die wachsende Interdependenz globaler Risiken und die Bedeutung kooperativer Ansätze im Risikomanagement – auch in einem Umfeld zunehmender strategischer Konkurrenz.
Der vollständige Bericht sowie eine interaktive Datenplattform sind auf der Website des World Economic Forum verfügbar.
(Bildquelle: KI-Generiert)

